Das astra plus-Tool

Wer sollte das astra plus-Tool bearbeiten?

Die Mitglieder des Implementierungsteams füllen das astra plus-Tool zunächst für sich aus, und planen anschließend in einem Workshop gemeinsam.

Anregungen zu den 10 astra plus-Kriterien erhalten Sie auf dieser Seite.

1. Engagement & Strategie

Das bedeutet:

Die Ausbildungsverantwortlichen aus Theorie und Praxis vereinbaren die Umsetzung von aktiver Stressprävention sowie Prävention und Reduktion des Tabakkonsums (über die astra plus-Kriterien) und beauftragen ein Implementierungsteam.

Was braucht es hierfür?

  • Implementierungsteam (mit VertreterInnen aus Schule und Praxiseinrichtung)
  • öffentliches Engagement (z.B. im Leitbild)
  • Bereitstellung von Ressourcen (Unterrichtszeiten, Sitzungen in Arbeitszeiten, erforderliche Anschaffungen)
  • Integration der Module in Curricula/Stundenpläne



Beispiel eines Schildes "Wir sind dabei"

Tipps und Beispiele

2. Information & Kommunikation

Das bedeutet:

SchülerInnen, MitarbeiterInnen und Lehrkräfte sind über die Ziele und Maßnahmen informiert und beteiligen sich aktiv an der Umsetzung.

Was braucht es hierfür?

  • ein Kommunikationskonzept: Auswahl der Kommunikationsmittel und -systeme (z.B. Intranet, Lernplattform, Schülerzeitung)
  • Informationen an alle MitarbeiterInnen
  • zielgruppengerechte Kommunikation (z.B. Nutzung digitaler Medien)
  • gemeinsames Verständnis schaffen (z.B. Rückmeldungen einholen)

3. Ausbildung & Qualifizierung

Das bedeutet:

Ausbildende und SchülerInnen sind qualifiziert, um die Umsetzung mit astra plus-Kriterien zu gewährleisten.

Was braucht es hierfür?

Module im Curriculum zu folgenden Punkten und prüfungsrelevante Inhalte:

  • Methoden zur Stressprävention und gesundem Lebensstil
  • Wissen in Tabakkontrolle und -politik
  • Motivations- und Tabakentwöhnungsmethode, z.B. Motivierende Gesprächsführung, ABC der Raucherberatung

unter Berücksichtigung genderspezifischer Besonderheiten: Frauen und Rauchen

Links

Informationen

Handlungshilfen, Bildungsangebote, Qualifizierungen

Wie sich das Programm astra plus ins Curriculum einbinden lässt, erfahren Sie hier

  • 17 01 Curriculare Verankerung astra plus.pdfMit Hilfe dieser Verschriftlichung soll einerseits eine rechtliche Absicherung für die astra plus-Integration in das bestehende Schulcurriculum, auf Grundlage bundes- und landesrechtlicher Vorgaben, erfolgen. Andererseits soll ein Hilfsmittel zur qualitativen Analyse des individuellen Schulcurriculum bereitgestellt werden, um die astra plus-Integration zu vereinfachen.624 KB

4. Prävention & Tabakentwöhnung

Das bedeutet:

Die Schule hat die Förderung zu gesundem Lebensstil mit Schwerpunkt Stressprävention, Motivation zur Rauchfreiheit und Tabakentwöhnungsangebote in der theoretischen und praktischen Ausbildung verankert.

Was braucht es hierfür?

  • Informationsveranstaltungen für SchülerInnen
  • Motivation für RaucherInnen zum Rauchstopp
  • Zugang zu Rauchstopp-Angeboten
  • kollegiale Unterstützung (auch zur Rückfallprophylaxe)
astra plus-Schema zur koginitiven Stressreduktion

5. Rauchfreiheit

Das bedeutet:

Das Gebäude und Gelände der Schule ist frei von Tabak- und E-Zigarettenkonsum*. Die Schule sorgt für unterstützende Maßnahmen zur Denormalisierung des Tabakkonsums (WHO)* aussagekräftig (z. B. keine Werbung, keine Aschenbecher). Das Passivrauchen/-dampfen wird verhindert.

* Alle Aussagen zu Tabakprodukten gelten auch für E-Zigaretten oder vergleichbare Geräte unabhängig vom Nikotingehalt.

Was braucht es hierfür?

Sie können zum Beispiel:

  • für eine aussagekräftige Beschilderung sorgen
  • die Einhaltung der Regelungen kontrollieren und Verstöße dokumentieren
  • bei Verstößen „Falschraucher-Karten“ verteilen
  • Passivrauchbelastung für SchülerInnen verhindern
Beispiel einer Beschilderung für rauchfreies Klinikumfeld (Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein, Evangelisches Stift St. Martin)

Rauchen ist an der Pflegeschule und in der Praxiseinrichtung akzeptiert.

Befragung PflegeschülerInnen im astra-Modellprojekt (n = 440)

Informationen und Anregungen

  • Tipps Rauchfreies Klinikumfeld.pdfGut zu wissen: Abbildungen von rauchenden Zigaretten können das Suchtzentrum aktivieren und Craving auslösen. Ausgedrückte Zigarettenstummel haben diese Wirkung nicht.

Praxistipp

Hier könnte Ihr Praxisbeispiel stehen!
Schreiben Sie uns: berlin[a]astra-pflege-projekt.de

6. Berufliche Rolle & Vorbild

Das bedeutet:

Angehörige von Pflegeberufen übernehmen eine Vorbildfunktion und treten aktiv für die „Denormalisierung des Tabakkonsums“ ein.

Was braucht es hierfür?

Erabeitung von Vereinbarungen über das professionelle Verhalten als Gesundheitsfachkraft

  • Nicht in Dienstkleidung rauchen
  • Nicht zusammen mit PatientInnen, BewohnerInnen oder KlientInnen rauchen
  • Rauchpausen/ Tabakwaren sind weder Belohnung noch Sanktionsmittel
  • Dienstliche Kommunikation findet ausschließlich rauchfrei statt
  • Vorgesetzte, Lehrkräfte, PraxisanleiterInnen verhalten sich als Vorbild
  • Rauchzeiten sind keine Arbeitszeit (Pausengerechtigkeit)
  • Verstöße werden angesprochen

Nützliches zum Download

RaucherInnen sehen einen geringeren Widerspruch zwischen ihrem Berufsverständnis und dem Rauchen.

Befragung PflegeschülerInnen im astra-Modellprojekt (n = 440)

Links

Rauchen in Dienstkleidung: Gefährliche Rückstände: Third Hand Smoke

Rauchen am Arbeitsplatz - Kein recht auf Qualm: Stiftung Warentest

7. Gesunder Arbeitsplatz

Das bedeutet:

Die Schule verfügt über ein Betriebliches Gesundheitsmanagement, um die Gesundheit und Gesundheitskompetenz aller SchülerInnen und Beschäftigten zu fördern.

Was braucht es hierfür?

Themen zur Gesundheitsförderung können sein:

  • gesundheitsförderlichen Pausen und Regenerationszeiten umsetzen
  • Gesunde ausgewogene Ernährung
  • Übung in kollegialer Unterstützung 
  • ausgleichende Bewegung und Entspannung

8. Kooperationen mit Praxiseinsatzorten und unterstützenden Organisationen

Das bedeutet:

Die Schule und Praxiseinsatzorte arbeiten zusammen und nutzen unterstützende Organisationen in der Umsetzung von astra plus-Kriterien.

Was braucht es hierfür?

  • das Implementierungsteam trifft sich regelmäßig
  • PraxisanleiterInnen und Leitungen der Praxiseinsatzorte sind eingebunden, Vereinbarungen zur schrittweisen Umsetzung werden geschlossen
  • Nutzen von externen Organisationen zur Tabakprävention und Tabakentwöhnung (z.B. Materialien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Landesgesundheitsinitiativen, Suchtpräventionsstellen, Anbieter Raucherberatung)

Informationen und Anregungen

Präsentation zum Workshop "Schnittstelle Schule-Praxiseinrichtung" beim Forum Praxisanleitung vom 05. September 2014 (DBfK). Die Präsentationen können Sie hier herunter laden.

9. Überprüfung der Umsetzung

Das bedeutet:

Das Implementierungsteam überprüft und aktualisiert regelmäßig den aktuellen Stand der Umsetzung von astra plus-Kriterien und arbeitet an der Weiterentwicklung.

Was braucht es hierfür?

  • Selbsteinschätzung mithilfe des astra plus-Tools  wenigstens einmal jährlich im Workshop astra plus durchführen
  • Überprüfung der Umsetzung der Maßnahmen im Workshop

10. Langfristige Umsetzung

Das bedeutet:

Die Schule stellt die Erfahrungen und Ergebnisse anderen Schulen und Hochschulen zum Austausch zur Verfügung und beteiligt sich regional und überregional an der Weiterentwicklung.

Was braucht es hierfür?

  • die Schule (unter Beteiligung der Praxiseinsatzorte) nimmt am regionalem und überregionalem Austausch teil
  • regionaler Austausch: Kooperationen mit dem direkten Umfeld (z.B. Klinik und Bildungseinrichtung, Kooperationen mit Nachbarkliniken/-schulen)
  • überregionaler Austausch: auf Landes- oder Bundesebene (z.B. Teilnahme an Konferenzen/Veranstaltungen oder Publikationen in Fachzeitschriften)

Aktuelle Termine

zu Veranstaltungen, Kongresse und Workshops finden Sie hier.